Was kreucht und fleucht auf den Wiesen und Weiden im Südschwarzwald? Sind das nur die ganz häufigen Tier- und Pflanzenarten, oder finden hier auch Seltenheiten ihren Lebensraum? Und was passiert, wenn dort nicht mehr beweidet wird, ob mit Rindern, Ziegen oder Schafen? Wie wirkt sich das auf die Landschaft aus? Und sind die typische Fauna und Flora dann trotzdem weiterhin „einfach da“, oder verschwinden sie womöglich? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie das Land durch uns Menschen genutzt und bewirtschaftet wird, und der biologischen Vielfalt, die dort vorkommt?
Diesen Fragen gehen wir mit einen zweijährigen Projekt nach, das durch das Biosphärengebiet Schwarzwald unterstützt wird und dessen räumlicher Fokus entsprechend auf dem Südschwarzwald in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut liegt. In enger Kooperation mit zwölf ausgewählten landwirtschaftlichen Betrieben beleuchten wir verschiedene Aspekte von Landnutzung und Artenschutz. Zielgruppe der Maßnahme sind sowohl die Bewirtschafter selber als auch die interessierte Öffentlichkeit. Bei den Höfen handelt es sich in aller Regel um Betriebe von geringer Größe, die durch die meist extensive Bewirtschaftung ihrer Flächen in Form von Weiden und Wiesen einen äußerst wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft im Südschwarzwald wie auch von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere leisten – eine Tatsache, die noch immer viel zu wenig bekannt ist und nicht ausreichend gewürdigt wird! Hier wollen wir mit unserem Projekt Abhilfe schaffen.
Inventarisierung besonderer Tier- und Pflanzenarten
Insbesondere auf den Aspekt von Flora und Fauna richten wir den Fokus. Hierfür erstellen Fachleute mit spezifischen Kenntnissen zu gängigen und relativ leicht zu erfassenden Artengruppen (neben der Flora v. a. Vögel, Tagfalter, Heuschrecken) im Rahmen von Vorbegehungen eine Liste prägnanter Tier- und Pflanzen. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf ökologisch anspruchsvollen Arten liegen, die oftmals selten sind (z. B. Rote-Liste-Arten) und zugleich Charakterarten von extensiv bewirtschaftetem Grünland sind, insbesondere den Weidfeldern. Sie verdeutlichen in besonderer Weise die hohe Biodiversität der Südschwarzwälder Kulturlandschaft.
Öffentliche Exkursionen
Das Projekt organsiert zudem zwölf öffentliche Exkursionen auf den beteiligten Höfen, d. h. jeder Betrieb wird im Rahmen des Projekt ein Mal besucht. Im Sommer 2026 fanden die ersten vier Termine statt: Hanisenhof, Oberried-Weilersbach (18. Juli), Maierhof, Dachsberg-Ruchenschwand (15. August), Forsthof (Hochland-Höfe GbR), Häg-Ehrsberg (22. August), Hof Till, Schluchsee-Äule (29. August).
Weitere acht Führungen werden zwischen Juni und September 2027 stattfinden, die Termine hierfür sind noch in Vorbereitung. Die Betriebe, die wir besuchen werden, liegen in Aitern, Aitern-Rollsbach, Fröhnd, Menzenschwand, Schluchsee, Schönau-Tunau, St. Blasien und Utzenfeld.
Info-Steckbriefe
Ein weiteres zentrales Element unseres Vorhabens sind Info-Steckbriefe, die wir im Laufe der beiden Projektjahre für jeden der beteiligten Höfe erstellen werden. Diese werden ab 2027 in digitaler Form vorliegen (mehrseitige PDFs) und neben kurzen Porträts der Betriebe und der verantwortlichen Personen (Bewirtschafter) auch eine Beschreibung der Betriebsflächen und der dort vorkommenden Flora und Fauna beinhalten. Die Steckbriefe werden sich dabei nicht auf die reine Auflistung von Fakteninformationen beschränken, sondern stets auch den Aspekt der Erlebbarkeit behandeln (z. B. durch Wandervorschläge). Die einheitlich gestalteten Steckbriefe werden eine Kombination aus Text und professionellen Fotos von Menschen, Tieren bzw. Lebensräumen und Landschaft beinhalten.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten und hoffen auf reges Interesse seitens der Öffentlichkeit!
Förderhinweis:
Dieses Projekt wird gefördert durch das Biosphärengebiet Schwarzwald mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Kommunen im Biosphärengebiet.
