Über den engen Zusammenhang zwischen Landbewirtschaftung und Naturschutz wollen wir mit unserem neuen Projekt „Landnutzung und biologische Vielfalt“ informieren. Unsere erste Bauernhof-Exkursion führt am Samstag, den 18. Juli zum Hanisenhof in Oberried-Weilersbach. Gemeinsam mit dem Landwirt Johannes Rösch wollen wir ausgewählte Flächen rund um den wunderschön gelegenen Hof begehen, uns über die Beweidung und andere Nutzungen informieren und nach Pflanzen und Tieren Ausschau halten.
Der Schwerpunkt wird dabei auf Insekten liegen, insbesondere Heuschrecken und Schmetterlingen. Aber auch Vögel, Reptilien und natürlich die Flora werden zur Sprache kommen und mit ausgewählten Arten vorgestellt werden.
Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)
Sumpfschrecke (Stethophyma grossum)
Die Exkursion dauert von 16 Uhr bis etwa 19 Uhr, die Teilnahme kostet 25 Euro (Kinder und Jugendliche 15 Euro). Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich, und zwar per Mail an kultureninkontakt@gmail.com.
12. Juli 2026 Sebastian Schröder-Esch (für das Projektteam)
Förderhinweis: Dieses Projekt wird gefördert durch das Biosphärengebiet Schwarzwald mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Kommunen im Biosphärengebiet.
Wir freuen uns sehr, unser neues Projekt zu präsentieren und in diesem Zusammenhang zugleich einige Termine anzukündigen.
Der vollständige Titel unseres Vorhabens lautet: Landnutzung und biologische Vielfalt – Porträts ausgewählter Bauernhöfe im Biosphärengebiet Schwarzwald
Es setzt sich zum Ziel, ausgesuchte landwirtschaftliche Betriebe im Biosphärengebiet Südschwarzwald für die Öffentlichkeit sichtbar und im Rahmen von geführten Exkursionen auch erlebbar zu machen. Bei den Höfen handelt es sich in aller Regel um Betriebe von geringer Größe, die durch die meist extensive Bewirtschaftung ihrer Flächen in Form von Weiden und Wiesen einen äußerst wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft im Südschwarzwald wie auch von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere leisten.
Inventarisierung besonderer Tier- und Pflanzenarten
Insbesondere auf den Aspekt von Flora und Fauna wollen wir mit unserem Vorhaben den Fokus richten. Hierfür werden Fachleute mit spezifischen Kenntnissen zu gängigen und relativ leicht zu erfassenden Artengruppen (v. a. Vögel, Tagfalter, Heuschrecken) im Rahmen von 1-2 Vorbegehungen eine Liste prägnanter Tier- und Pflanzen erstellen. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf ökologisch anspruchsvollen Arten liegen, die oftmals selten sind (z. B. Rote-Liste-Arten) und zugleich Charakterarten von extensiv bewirtschaftetem Grünland sind, insbesondere den Weidfeldern. Sie verdeutlichen in besonderer Weise die hohe Biodiversität der Südschwarzwälder Kulturlandschaft.
Ein seltener Bewohner extensiver Bergweiden im Südschwarzwald ist die anspruchsvolle Rotflügelige Schnarrschrecke (Psophus stridulus) – sie zu finden ist jedes Mal ein besonderer Moment!
Öffentliche Exkursionen
Für unser auf zwei Jahre angelegtes Projekt planen wir zudem die Durchführung von insgesamt zwölf öffentlichen Exkursionen auf ebenso vielen Höfen, d. h. jeder Betrieb wird im Rahmen des Projekt ein Mal besucht. Im Juli und August 2026 werden wir voraussichtlich folgende fünf Höfe besuchen (jeweils Samstag, 16-19 Uhr):
18. Juli 2026: Hanisenhof (Johannes Rösch), Oberried-Weilersbach
1. August 2026: Weidegemeinschaft Zweistädteblick GbR (Klaus Rümmele), Schönau-Tunau
15. August 2026: Bernhard & Marius Maier, Dachsberg-Ruchenschwand
22. August 2026: Hochland-Höfe GbR (Simon Frommherz), Häg-Ehrsberg
29. August: Hof Till (Anne-Kathrin Spatz), Schluchsee-Äule
Die Gruppengröße bei den Exkursionen ist i.d.R. auf 15 Teilnehmende beschränkt, und es wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 25 Euro erhoben (Kinder und Jugendliche 15 Euro). Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich, und zwar per Mail an kultureninkontakt@gmail.com. Die Plätze werden nach der Reihenfolge der Anmeldung vergeben. Bei einigen Höfen wird ein kleines Vesper angeboten werden. Weitere Informationen zu den Exkursionsterminen werden rechtzeitig hier auf unserer Website veröffentlicht. Anmeldungen nehmen wir ab sofort entgegen und stehen auch für Fragen jederzeit zur Verfügung.
Info-Steckbriefe
Ein weiteres zentrales Element unseres Vorhabens sind Info-Steckbriefe, die wir im Laufe der beiden Projektjahre für jeden der beteiligten Höfe erstellen werden. Diese werden in digitaler Form vorliegen (mehrseitige PDFs) und neben kurzen Porträts der Betriebe und der verantwortlichen Personen (Bewirtschafter) auch eine Beschreibung der Betriebsflächen und der dort vorkommenden Flora und Fauna beinhalten. Die Steckbriefe werden sich dabei nicht auf die reine Auflistung von Fakteninformationen beschränken, sondern stets auch den Aspekt der Erlebbarkeit behandeln (z. B. durch Wandervorschläge). Die einheitlich gestalteten Steckbriefe werden eine Kombination aus Text und professionellen Fotos von Menschen, Tieren bzw. Lebensräumen und Landschaft beinhalten.
Wir freuen uns auf die bevorstehende Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten und hoffen auf reges Interesse seitens der Öffentlichkeit!
31. Mai 2026 Sebastian Schröder-Esch (für das Projektteam)
Förderhinweis: Dieses Projekt wird gefördert durch das Biosphärengebiet Schwarzwald mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Kommunen im Biosphärengebiet.
Stilecht französisch – mit Croissants, Kaffee und Tee – begann am Morgen eines Samstags im Februar 2025 unsere Tages-Exkursion in die elsässische Stadt Mulhouse. (Übrigens die erste Aktivität von „Kulturen in Kontakt“ seit, nun ja, ziemlich langer Zeit…) Der Treffpunkt in der Café-Terrasse bot den erwartungsfrohen Teilnehmenden einen ersten, Vorfreude weckenden Blick über den „Marché du Canal Couvert“. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Sebastian, der als Vereinsvorsitzender und Co-Exkursionsleiter dazu einlud, die vielen von uns unbekannte Stadt Mulhouse zu erkunden und kennenzulernen, konnte es losgehen.
Morgendliche Begrüßungsrunde – etwas abseits vom trubeligen Marktgeschehen
Dass Mulhouse eine sehr internationale Stadt ist, konnte beim Schlendern über den Markt auf anschauliche, unmittelbare Weise erfahren werden. Der „Marché du Canal Couvert“ präsentierte sich als ein lebendiges Kaleidoskop aus Farben, Düften und Geschmäckern. Von elsässischen Spezialitäten über französische Delikatessen und italienische Feinkost bis hin zu arabischen Leckereien – die Auswahl war schier unendlich.
Unsere mehrsprachige Begleiterin Nawel half uns dabei, mit den Händlern ins Gespräch zu kommen (u.a. auf arabisch!), die uns mit ihrer Freundlichkeit und ihrem Fachwissen beeindruckten. Nicht bei wenigen war der Geldbeutel nach dem Besuch auf dem Markt sehr viel leichter, die Einkaufstüten allerdings deutlich voller. Auch die Speicherkarten der Fotografie-Fans in der Exkursionsgruppe konnten gut gefüllt werden…
Der Markt bot einen faszinierenden Einblick in das alltägliche Leben in Mulhouse: Einheimische kauften ein, Sprachen vermischten sich, verschiedenste Kulturen waren erkennbar, auch die Armut mancher bettelnden Menschen wurde sichtbar. Und bei all dieser Vielfalt prägte ein friedliches Miteinander die Atmosphäre.
Nach dem Marktbesuch und dem etwas ungeplanten Programmpunkt „Parkplatz-Tetris“ (auch in elsässischen Städten sind günstige bzw. geeignete Parkplätze Mangelware) wurde bei einem Spaziergang die Altstadt erkundet. Das Mulhouser Stadtbild ist nicht unbedingt pittoresk, aber es verrät viel über die Geschichte der Stadt. Zweisprachige Straßenschilder erinnern an die wechselvolle Vergangenheit, in der Mulhouse zwischen Deutschland und Frankreich hin und her geriet, und natürlich an das starke elsässische Element in der Identität des Ortes. Besonders faszinierend waren auch die vielen Kunstobjekte im öffentlichen Raum: Street Art an den Häuserfassaden, Skulpturen in Parks und Straßen – sie verleihen Mulhouse einen einzigartigen und lebendigen Charakter.
Bei einem köstlichen Mittagessen im Restaurant „Les Saveurs du Liban“ konnten die Teilnehmenden nun auch der libanesischen Kultur auf sehr aromatische Weise begegnen. Vergleichbar mit spanischen Tapas wurden der ganzen Gruppe die typischen, libanesischen „Mezze“ serviert: eine Zusammenstellung aus verschiedenen kleinen Gerichten wie Auberginen-Creme, Hummus und Taboulé.
Im „Musée de l’impression sur étoffes“ tauchten wir am Nachmittag in die faszinierende Geschichte des Textildrucks ein, die Mulhouse einst zur Welthauptstadt dieser Kunstform machte. Es scheint kaum vorstellbar, dass dort, wo heute die dicht bebaute Mulhouser Innenstadt zu finden ist, früher in großer Zahl Manufakturgebäude der Textilindustrie standen und riesige Wiesen und Kuhställe Platz fanden (zum Beizen der Stoffe wurde Kuhmist und viel Platz zum Trocknen benötigt). Die Abgase der über 120 Kamine der Textilmanufaktur, so erklärte man uns, bezeugten damals am Himmel auf ungute Art und Weise die weltweit große Bedeutung von Mulhouse.
Die Fülle an vielen spannenden, unbekannten Informationen zur Textildruckgeschichte durch einen begeisterten Museumsführer wurde mit Exponaten von wunderschön veredelten, mitunter sehr alten Stoffmustern und von beeindruckend großen Druckmaschinen unterfüttert. Nicht zuletzt lud das helle, majestätische Treppenhaus des Museumsgebäudes zum Bewundern und Fotografieren ein.
Die vielen Impressionen zum Textildruck konnten wir beim anschließenden Stadtrundgang ein wenig sacken lassen. Sebastian und Nawel führten mit ausgewählten Häppchen an Informationen zu den architektonischen Besonderheiten von Mulhouse: dem „Bâtiment annulaire“ (Ringhaus), einem runden Wohnblock mit einem kleinen Park in der Mitte, dem Europaturm („Tour de l’Europe“), der mit seinen Seiten nach Deutschland, Frankreich und der Schweiz ausgerichtet ist und wiederum die Internationalität der Stadt symbolisiert sowie den Renaissance-Fassaden an der „Place de la Réunion“ und dem (protestantischen) „Temple Saint-Étienne“.
Gruppenfoto (fast komplett) beim Ringhaus
Um viele Eindrücke reicher und mit neuem Wissen und Verständnis über die Stadt Mulhouse endete die Exkursion so, wie sie begann: bei einem Heißgetränk und französischem Gebäck in einem heimeligen Café mit dem treffenden Namen „La Gourmandise“.
Dass auf dem Rückweg nach Deutschland die Nachricht über einen mutmaßlich terroristischen Angriff mit einem Toten und mehreren Verletzten Personen an ebenjenem Markt am „Canal Couvert“, auf dem wir am Vormittag noch entlang geschlendert waren, bei uns eintraf, hinterlässt zwiespältige Gefühle. Wie nah kann so eine schreckliche Tat passieren, ohne dass man selbst betroffen ist oder gar etwas davon mitbekommt? Wie schnell kann eine friedliche, vielfältige Begegnungsstätte wie dieser Markt sich in eine Szenerie der Gewalt verwandeln? Was bleibt nach einem so erfüllten, fröhlichen Exkursionstag und einer so verstörenden Nachricht?
Vielleicht die Erkenntnis, wie wichtig ebensolche Exkursionen und Reisen sind. Nur, wenn wir in Kontakt mit anderen, fremden Menschen und Kulturen kommen, wenn wir ihnen (vor-)urteilsfrei, offen und interessiert begegnen, wenn wir zuhören und verstehen wollen, dann können wir dazu beitragen, dass wir Menschen trotz aller Unterschiede und in all unserer Vielfältigkeit friedlich miteinander leben können.
6. März 2025 Kulturen in Kontakt e.V.
Text: Mirjam Willert Fotos: Stefanie Röschke, Sebastian Schröder-Esch